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Erste Tipps und Grundausstattung

Bevor wir zur Grundausstattung kommen, noch etwas wichtiges...
 
Welche Meerschweinchen-Geschlechter kann ich zusammen halten?
Meerschweinchen sind gesellige Tiere, sie leben am liebsten im Rudel. Deshalb sollten sie nicht einzeln gehalten werden, sondern mindestens zu zweit! In der Wohngemeinschaft können zwei gleichgeschlechtliche Tiere oder Weibchen mit einem kastrierten Männchen leben. Bei Haltung von mehr als 2 Weibchen ist ein dominanter Kastrat empfehlenswert. Er schlichtet Streitereien und sorgt für Harmonie.
 
Bei Haltung von zwei Meerschweinchen sind Böckchen oft unkomplizierter als Weibchen, wenn einige Regeln befolgt werden!
Böckchen sind oft verschmusster als Weibchen und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit! Ich selbst halte meine unkastrierten Böcke mit einem männlichen Partner. Es darf kein Riech- oder Sichtkontakt zu weiblichen Meerschweinchen oder Fremdböcken bestehen. Ausnahme, die Böcke sind kontinuierlich mit dem Geruch von weiteren Meerschweinchen vertraut. Stirbt in der Partnerschaft ein älteres Männchen, kann jederzeit ein junges Böckchen bis zu 10 Wochen alt, zum verbleibenden Schwein gesetzt werden. Zwei Partnerböcke dürfen für längere Zeit nicht getrennt werden, ein Kampf um die Rangordnung würde beginnen. Jeder Bock benötigt sein eigenes Häuschen. Nach säubern des Geheges sollten Häuser wieder am gewohnten Platz stehen. Zu einem Duo, welches Wochen zusammen lebt, sollte kein drittes Böckchen gesetzt werden, hier kommt es in den meisten Fällen zu Streitereien. Die Harmonie der beiden Böcke wäre vorbei, denn jeder der Böcke würde sich des Kleinen annehmen wollen und ihn "besitzen". Ein bissiger Machtkampf folgt, der nur durch Trennung der Streithähne zu stoppen ist. Ausserdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Sprichwort " Drei ist einer zuviel " gerade bei Böcken zutrifft. Wenn keine weiteren Meerschweinchen dazu kommen, sind zwei Böcke eine ideale Besetzung! Von mehreren Böcken als Gruppenhaltung rate ich persönlich ab. Sind sie ausgewachsen, wird immer einer gemoppt. Der Gruppenstress ist groß. Ist in der Gruppenhaltung auffällig, dass öfter ein Bock nicht älter als 2 Jahre wird, ständiger Milbenbefall, Bisswunden, Abszesse, überdenkt oder bessser löst die Gruppenhaltung auf! Wie oben beschrieben, zwei Böcke, richtig ausgesucht, sind Freunde für´s Leben! Da ich oft danach gefragt werde, muß ich eine kleine Anmerkung machen...Meerschweinchenböcke urinieren nicht einen Meter aus dem Käfig heraus und bespritzen Wände. Dies praktizieren unkastrierte Hasenmännchen.
   
Die häufigste Frage bei jungen Böckchen:
Meine jungen Böckchen brummen sich an und jagen durch den Käfig. Ist das Spiel oder Streit ?
 
Antwort: Das ist spielen. Sicher will jeder auch mal austesten, ob er den anderen "ärgern" kann. Brummen, flitzen und hüpfen gehören zum gesunden Schweineleben. Bei Jungtieren regelt sich so spielerisch die " Chefschwein-Position". Junge Böckchen kommen mit ca. 5 Monaten in eine kurzfristige pubertäre Phase. Leben sie vorher friedlich mit einem älteren Bock zusammen, versuchen sie nun aufmüpfig zu werden. Wenn die Tiere nicht getrennt werden, renkt sich das meistens nach einiger Zeit wieder ein. Jedes Tier hat einen eigenen Charakter. Ob Weibchen oder Männchen, manchmal kommt es auch bei Tieren zu Feindschaften. Sollten sich Männchen bis auf´s Blut bekämpfen, müssen sie getrennt werden. Die Behauptung eine Kastration würde jetzt abhelfen, stimmt nicht! Der Charakter des Bockes ändert sich nicht durch´s kastrieren, lediglich seine Zeugungsfähigkeit wird ihm genommen. Vereinzelnt können Böcke sehr agil sein und den Partner durch ständiges besteigen stressen. Hier kann eine Kastration die starke Potenz einschränken.
 
Die häufigste Frage bei Weibchen:
Eines meiner Weibchen ist verstorben. Nun habe ich ein neues Weibchen dazugeholt, doch es wird gejagt. Mögen sie sich nicht?
 
Antwort: Irrtümlicherweise meinen viele Leute, dass Weibchen sich sofort verstehen. Kommt ein neues Weibchen ins Gehege wird auch hier die Rangordnung durch schubsen und jagen festgelegt. In der Regel legt sich das nach einiger Zeit. Vereinzelnt gib es Weibchen die so dominant sind, dass sie jeden Partner/in heftige Bisswunden zufügen und angenommen wird, sie möchten alleine leben. Doch auch hier findet sich irgendwann der richtige Deckel. Ich hatte mal so ein Exemplar, welches erst das dritte Partnermeerschweinchen akzeptierte. Oft wird der Tipp gegeben, zu einem dominaten Weibchen, ein untergeordnetes Weibchen oder einen Kastraten zu setzen. Dies hatte bei meinem Sturkopf nicht geklappt. Ich habe ein noch zickigeres, korpulenteres Weibchen dazu gesetzt und schwupps, war der Respekt so groß, dass das Zusammenleben wunderbar funktionierte.
 
Bitte immer daran denken, Meerschweinchen sind Lebewesen. Wie bei uns Menschen müssen Partnerschaften und Futter individuell abgestimmt werden.
 

Die Grundausstattung

Zur Grundausstattung für zwei Meerschweinchen ( auch bei einem bedauerlichen Einzeltier ) wird ein Käfig von mindestens 120 x 60 cm benötigt. Bei dieser Käfiggröße gewähren sie den Tieren zwischendurch einen Zimmer-oder Gartenfreilauf. Angenehmer für die Tiere ist eine Käfiglänge von 140 x 0,70 cm oder größer! Zum einstreuen eignen sich Holzspäne. Unterschlüpfe aus Weidenbrücke oder Häuschen mit einem Flachdach hineinstellen. Das Dach wird gerne als Aussichtsplattform genutzt. Wenn der Käfig stabil genug ist, können auch 2 Ziegelsteine übereinander hineingelegt werden. Die Schweinchen hüpfen auf den Steinen, ihre Muskeln werden trainiert und sie erfreuen sich am Überblick ihres Geheges. Futternapf und Wasserflasche nicht vergessen, sowie eine Heuraufe oder Heuwagen. Bitte lest weiter unten "Meine Haltung". Zur Fellpflege wird für Kurzhaarmeerschweinchen eine Bürste und für Langhaarmeerschweinchen ein breitzinkiger Kamm gebraucht. Mit der Krallenschere oder einem Nagelknipser werden alle 4-6 Wochen die Krallen gekürzt.
 
Zusatztipp!
Wer Lust zum basteln hat, kann schnell selbst einen Unterstand aus Holz bauen. Dazu werden 4 Holzbeine mit je 15 cm Länge und ein Brett (Beispielmaß 25 x 30 cm) benötigt. Die Holzbeine auf die Ecken des Brettes nageln, fertig. Da die Seiten rundherum offen sind, kann kein Tier eingedrückt werden. Außerdem bildet sich hier keine Feuchtigkeit, die eventuell Pilz oder Milbenbefall fördert. Ansonsten Häuser mit stabilen, schweren Wänden verwenden, leichte Häuschen werden schnell umgestoßen. Häuser mit offenen Fenster/Loch, wo ein ausgewachsenes Tier nur den Kopf durchstecken kann, meiden. Meerschweinchen versuchen in Panik aus dem Fenster zu springen, bleiben mit dem Körper hängen. Im schlimmsten Fall ersticken sie oder sterben an inneren Verletzungen. Empfehlenswert sind Häuser mit einen Vordereingang und einen Hinterausgang.
 
Achten Sie darauf, dass der Käfig nicht in Fenster- und Heizungsnähe steht. Meerschweinchen müssen vor Zugluft, praller Sonne und Heizungswärme geschützt werden!
Die Gehegereinigung erfolgt 1-2 mal wöchentlich, je nach Bestand. Hierbei wird der Gehegeboden mit Essigwasser oder Badreiniger ausgeputzt.
 
 
Meine Haltung

Das Gehege meiner Meerschweinchen streue ich mit Holzspäne ein. Einstreu wird auch in Pelletform angeboten. Bei Babys ist hier Vorsicht geboten, sie können sich die Füßchen wund laufen. Vorab unterlege ich die starkbenutzten Ecken mit nicht klumpenden Katzenstreu (naturweiße Tonkörner), hier ist das günstigste staubarme Produkt zu gebrauchen. Das Katzenstreu saugt Urin auf, bindet Amoniakgeruch und Feuchtigkeit. Dieses praktiziere ich schon seit über 25 Jahren ohne eine negative Erfahrung. Als letzte Schicht kommt über den Holzspänen eine Lage Stroh oder Heu. Einige Leute behaupten Stroh würde in den Augen stechen, dass kann ich nicht bestätigen! Im Gegenteil, Holzspankrümmel setzen sich oft im Lid und lösen Bindehautentzündungen aus. Mag auch nicht dran denken, wie oft ich beim einstreuen schon Holzsplitter im Finger hatte! Stroh knabbern bereitet den Schweinchen zusätzlich Freude. Es enthält mehr strukturierte Rohfaser als Heu. Das kommt besonders dem Zahnabrieb zu Gute. Außerdem verfangen sich bei Langhaar-Meerschweinchen keine Späne im Fell und langes Fell verknotet nicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass Heu/Stroh Nässe bzw. Pipi unter sich lässt und ältere, bewegungseingeschränkte Tiere nicht so schnell wunde Füßchen bekommen. Benachteiligt sind weiße Tiere, hier können grüne Heu-Verfärbungen im Bauchfell auftreten. Ich hole das Stroh beim Bauern. Hier ist es nicht krümelig kleingehäckselt, wie in manch abgepackter Tüte. Bitte auf gute "Tütenware" achten! Das Krümelige sollte vermieden werden damit es nicht im Auge landet! Das tägliche Heu aber nicht vergessen! Denn Heu unterstützt nicht nur den Zahnabrieb, zusätzlich ist es das wichtigste Nahrungsmittel um den Verdauungstrakt gesund zu erhalten. 

Besonders für gebährende Weibchen finde ich einen Stroh- oder Heuteppich wichtig. Mehr dazu auf der Seite Deckalter, etc.

 
  
 
 
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